Rugard
Der Rugard ist mit die größte Erhebung des Inselkerns der Ostseeinsel Rügen. Diese in der letzten_Eiszeit entstandene Stauchendmoräne liegt direkt am nordöstlichen Stadtrand von Bergen auf Rügen.Wahrscheinlich vom 9. Jahrhundert bis 1325 befand sich hier eine slawische Burg, in der die Ranenfürsten residierten, denen Rügen und Teile des angrenzenden Festlandes gehörten. Die Burganlage bestand aus einer Haupt- und einer Vorburg und umfasste eine Fläche von 2,3 ha. Die Bezeichnung Rugard (slawisch: Rugenburg) stammt aus jener Zeit.
Nachdem das Fürstenhaus 1325 mit Wizlaw_III. ausgestorben war, verlor die Burg an Bedeutung und verfiel; nur die Burgwälle sind zum Teil bis heute erhalten. Im Mittelalter stand hier eine Mühle und das Burgareal wurde landwirtschaftlich genutzt. Bis 1830, als Fürst Wilhelm Malte I. zu Putbus den Burgwall parkartig aufforsten ließ, war der Rugard unbewaldet. Karl Friedrich Schinkel hat 1821 in seinem Gemälde ?Der Rugard auf Rügen? diesen Anblick festgehalten.
Im Laufe der Zeit entstand ein Waldgebiet, das vor allem aus Fichten und Kiefern besteht, unterbrochen von kleinflächigen Eichen-, Birken- und Pappelbeständen sowie vielen anderen Laub- und Nadelgehölzen. Die hier eigentlich heimische Rotbuche ist kaum vertreten. Seit 1984 führt ein 2,5 km langer Naturlehrpfad als Rundweg durch den Rugardwald, an dem sich interessierte Besucher anhand von Schautafeln über die vielfältige Tier- und Pflanzenwelt in dieser schönen und geschichtsträchtigen Landschaft informieren können.
Von dem auf dem Rugard errichteten Ernst-Moritz-Arndt-Turm kann man eine wunderbare Aussicht auf die gesamte Insel Rügen genießen. Mit diesem Turm wurde Ernst Moritz Arndt, der in Groß Schoritz auf der Insel Rügen geboren wurde, in den 70er-Jahren des 19. Jahrhunderts ein Denkmal gesetzt. Die Grundsteinlegung erfolgte am 26. Dezember 1869, dem 100. Geburtstag des Dichters. Man entschied sich für den Entwurf des Berliner Architekten und Baumeisters Hermann Eggert und begann im Herbst 1872 mit dem eigentlichen Bau, der aus Geldmangel erst 1877 vollendet werden konnte. Das Waldgebiet des Rugards hatte in den 30er-Jahren des 20. Jahrhunderts eine Höhe erreicht, die einen ungehinderten Rundblick von der obersten Galerie des Turms nicht mehr zuließ. Bei der von 2000 bis 2002 durchgeführten grundlegenden Sanierung hat man sich daher entschieden, die aus dem Jahr 1955 stammende Holzkuppel gegen eine Kuppel aus Glas und Stahl zu ersetzen (unter Beibehaltung der historischen Form), und somit eine höhergelegene, zusätzliche Aussichtsebene zu schaffen.

