Krupp
Krupp ist der Name einer deutschen Familiendynastie von Industriellen des 19. und 20. Jahrhunderts, die mit dem Krupp-Konzern das zeitweise größte Unternehmen Europas aufbauten. Diese Unternehmen sind heute in der ThyssenKrupp AG fusioniert.Geschichte
, Wohn- und Repräsentationshaus über dem Baldeneysee]]
Der Erfolg der von Friedrich Krupp gegründeten und von seinem Sohn Alfred zu wirtschaftlicher Blüte geführten Unternehmungen sowie die schiere Größe des Kruppschen Werksgeländes prägten maßgeblich das Bild der Stadt Essen von der Hochindustrialisierung bis weit nach dem Ende des Zweiten_Weltkrieges.
Krupp kümmerte sich um das Wohlergehen seiner Arbeiter und Beamten, erwartete im Gegenzug Treue und Pflichterfüllung.
1852/1853 erfindet Alfred Krupp den nahtlosen Radreifen als sicheres, bruchgeschütztes Eisenbahnrad. Krupp verkauft für Jahrzehnte seine Radreifen an die meisten nordamerikanischen Eisenbahnen und begründet so den Erfolg seiner Firma. Die drei Ringe des Firmensymbols erinnern daran, bis heute: als Element im Firmenzeichen der Thyssen Krupp AG.
Am 17. Oktober 1912 meldet Krupp das Patent zur ?Herstellung von Gegenständen, die hohe Widerstandskraft gegen Korrosion erfordern..." an. 1922 erfolgt der Schutz des Warenzeichens Nirosta (Nichtrostender Stahl). Der Nirosta-Bereich erlebt in den folgenden Jahrzehnten stetiges Wachstum.
Die Krupps suchten - mit Ausnahme der Zeit der Weimarer Republik - die Nähe jeder deutschen Regierung.
Die von ihnen hergestellten Waffen waren auf den Schlachtfeldern Europas von 1866 bis 1945 präsent.
Besonders bekannt ist das Geschütz Dicke Bertha, das mit lediglich 22 Stück gefertigt, so gut wie nie im Krieg eingesetzt wurde, dafür jedoch umsomehr in der Propaganda.thumb|Invalidenkolonie_Altenhof
Im Ersten Weltkrieg steigert Krupp dank staatlicher Aufträge seine Rüstungsproduktion, nach Kriegsende untersagt der Vertrag von Versailles die Waffenherstellung. Krupp versucht sich daher in neuen Geschäftsbereichen. Lastwagen, Lokomotiven, Bagger, sogar ein "Motorläufer" (heute: Motorroller) sollen Verluste durch weggebrochene Rüstungsaufträge ausgleichen.
In der nationalsozialistischen_Diktatur wird die Fertigung von Waffen wieder aufgenommen. Zusätzliche Einnahmen bringen nun Stahlerzeugnisse für den Autobahnbau, sowie die Produktion von Fahrzeugen.
Die Firma Krupp setzte während des zweiten Weltkrieges Zwangsarbeiter ein, wie alle deutschen Montankonzerne auf Aufforderung und Anweisung der Politik und als Ersatz für eingezogene Stammarbeiter.
Nach Kriegsende verliert Krupp durch Reparation und Enteignung einen Großteil der Substanz. Berg- und Stahlwerke mussten auf Anweisung der Alliierten verkauft werden. Krupp ernennt Berthold Beitz zum Generalbevollmächtigten. Er wird in den folgenden Jahren den Konzern neu gliedern und stark erweitern.
Nach dem Tod von Alfried Krupp von Bohlen und Halbach am 30.7.1967 ging sein gesamtes Vermögen in eine gemeinnützige Stiftung über.
Seit den 1980er Jahren werden Fusionsverhandlungen zwischen Krupp und Thyssen aufgenommen. 1983 scheitert eine geplante Vereinigung, ab 1997 beginnt dann der Integrationsprozess, der formal am 17. März 1999 mit Eintragung der neuen Firma Thyssen_Krupp_AG in das Handelsregister abgeschlossen ist.
Dynastie
#Witwe_Amalie_Krupp (1732-1810), Geschäftsfrau
#Friedrich Krupp (1787-1826), Firmengründer
#Alfred Krupp (1812-1887), ?Kanonenkönig?
#Friedrich Alfred Krupp (1854-1902), verheiratet mit Margarethe Krupp geb. Freiin von Ende (1854-1931)
#Bertha_Krupp (1886-1957), verheiratet mit Gustav Krupp von Bohlen und Halbach (1870-1950)
#Alfried Krupp von Bohlen und Halbach (1907-1967), der ?letzte Krupp?
#Arndt von Bohlen und Halbach (1938-1986) (Erbverzicht zugunsten der Stiftung 1966)
Familienmitglieder
Weitere wichtige Familienmitglieder:
• Krupp] (1814-1879), Bruder von Alfred Krupp, Gründer Berndorfer Metallwarenfabrik in Berndorf in Niederösterreich
• Krupp] (1856-1938) Unternehmer und wesentlicher Gestalter der Stadt Berndorf
*Nicht mit der Familie Krupp verwandt, doch ehedem in engem Kontakt zu Alfried Krupp von Bohlen und Halbach stehend und maßgeblich an den Geschicken des Unternehmens in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts beteiligt ist Berthold Beitz, früherer Generalbevollmächtigter von Alfried Krupp, bis heute (2007) Vorsitzender des Kuratoriums der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung, dem größten Anteilseigner des ThyssenKrupp-Konzerns, während Alexander Schoeller der Partner beim Aufbau des österreichischen Unternehmens war.
Erwähnenswertes
*Krupp als Pseudonym für die Kehlkopfdiphterie ist nicht auf etwaige schädliche Einflüsse der kruppschen Fabriken auf die Gesundheit der Menschen in den umliegenden Gegenden zurückzuführen, sondern vermutlich auf das schottische croup für ?Heiserkeit?.
*Im deutschen und englischen Sprachgebrauch hat sich die Redewendung "hart wie Kruppstahl" trotz Missbrauch durch NS-Zeit gehalten
Literatur
* Lothar Gall: Krupp im 20. Jahrhundert. Berlin 2002. ISBN 3886807428 (Aktueller Forschungsstand)
* Lothar Gall: Krupp. Berlin 2000. ISBN 3886805832 (Aktueller Forschungsstand)
* Diana M. Friz: Die Stahlgiganten. Frankfurt/Main 1990. ISBN 354834691X (Doppelbiographie von Alfried Krupp und Berthold Beitz)
* William Manchester: Krupp. München 1968. ISBN B0000BSHGF (Oft zitiert, trotz zahlreicher inhaltlicher Fehler)
* Frank Stenglein: Krupp - Höhen und Tiefen eines Industrieunternehmens. München 1998. ISBN 3430187621.
* Peter Märthesheimer: Krupp oder Die Erfindung des bürgerlichen Zeitalters. (Hörspiel WDR). 2002. (fiktiv)
* Thomas Rother: Die Krupps : durch fünf Generationen Stahl. Bergisch-Gladbach 2003. ISBN 3404615166.
* Dietmar Lautschan: Arthur, der österreichische Krupp. ISBN 3-902447-12-5.
Weblinks
[http://www.thyssenkrupp.com/de/konzern/geschichte_konzern.html ThyssenKrupp AG - Historie] von der Firmenhomepage

