Kroatien-Krieg
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! Verwandte Links
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• Bosnienkrieg
*Kroatiens_seit_1990]
•_
/'>}
Im_Kroatien-Krieg_(1991_-_1995)_kämpfte_die_Jugoslawien bzw. einem Großserbien.
Nach sich häufenden gewalttätigen Zusammenstößen versuchte die JNA zunächst, das gesamte kroatische Gebiet unter ihre Kontrolle zu bekommen, scheiterte jedoch an der kroatischen Gegenwehr. Daraufhin beschränkten sich die Kampfhandlungen auf das Gebiet der RSK in der nach den so genannten ethnischen_Säuberungen mehrheitlich Serben wohnten.
Letztendlich konnte sich die kroatische Armee durch einen militärischen Sieg durchsetzen und das Gebiet der ehemaligen RSK ist Teil Kroatiens.
Vorgeschichte
Allgemeine Lage
thumb|Lage_des_ehemaligen_Jugoslawiens_in_Europa,_1945-1991_ein_blockfreier_sozialistischer_Staat
Mit dem Zerfall der kommunistischen_Systeme in Ost- und Südosteuropa bzw. dem Sturz der kommunistischen Regime (in der DDR 1989, Polen 1989, Tschechoslowakei 1989, Ungarn 1989, Bulgarien 1990, Rumänien 1989, Ungarn 1989 und letztlich ab 1990 in der UdSSR selbst) und der Demokratisierung in diesen ehemals kommunistischen Ländern, war zu Beginn der 1990er Jahre die ?Sozialistische Föderative Republik Jugoslawien? neben Albanien, das letzte Land in Europa, unter kommunistischer Führung. Die beiden nördlichen Teilrepubliken Jugoslawiens, Slowenien und Kroatien, drängten zum einen unter dem Eindruck der beschriebenen Demokratisierungen in Osteuropa zu Reformen des Jugoslawischen Staatenverbundes. Zum anderen verstärkten sich nach dem Tod des langjährigen Staatsoberhauptes Josip Broz Tito aus der Sicht Kroatiens und Sloweniens die serbischen Hegemonialbestrebungen in den 1980er Jahren.
Rolle der Jugoslawische Volksarmee
(serb. "Für die Freiheit und Unabhängigkeit des sozialistischen Vaterlandes")
Dies wurde vor allem in der Politik und den Äußerungen des seit 1987 amtierenden Chefs der Kommunistischen Partei Jugoslawiens, Slobodan Milo?evi? deutlich. Schon bisher waren die Polizei sowie ein großer Teil der Verwaltung auch in den Republiken serbisch dominiert, vor allem aber traf dies auf die Jugoslawische Volksarmee (JNA) zu. Die ?JNA? selbst wiederum sah sich auch in dieser Zeit des Europäischen Umbruchs noch uneingeschränkt in der Tradition der kommunistischen Tito-Partisanen und somit als Befreier Jugoslawiens von faschistischer_Herrschaft. Dies alles sollte in den folgenden Jahren der kriegerischen Auseinandersetzungen noch eine große Rolle spielen.
Erste freie Wahlen seit 1945
Slowenien und Kroatien bildeten Ende der 1980er Jahre die wirtschaftlich stärksten Teilrepubliken eines sich wirtschaftlich in katastrophalem Zustand befindlichen Jugoslawischen Staatshaushalts: Slowenien vor allem durch seine Industrie, Kroatien sowohl durch die Industrie als auch durch den Tourismus. Auch im Bewusstsein dieser wirtschaftlichen Bedeutung forderten Slowenien und Kroatien eine Reformierung der Jugoslawischen Föderation und eine Gleichstellung der Republiken, gerade was die finanziellen Ausgleichszahlungen zwischen den Republiken und dem Zentralstaat anbelangte. 1990 gingen aus den ersten freien Wahlen nach 1945 in Slowenien und Kroatien die Befürworter einer Reform des Jugoslawischen Staatsverbundes, in Serbien und Montenegro hingegen die Kommunisten und somit die Befürworter eines weiterhin zentralistischen Systems als Sieger hervor. Wobei in Slowenien mit Milan Kucan zwar auch ein ehemaliger Kommunist gesiegt hatte, sich dieser aber klar zu einen Reformkurs bekannt hatte. In Kroatien war Franjo Tudjman mit seiner neu gegründeten HDZ (Kroatische Demokratische Partei) der Sieger dieser Wahlen. Beide Wahlsieger fühlten sich nunmehr durch die Legitimation ihrer Landsleute in Ihren Forderungen nach Reform der jugoslwaischen Föderation bestärkt und beide ? Slowenien und Kroatien ? brachten nun auch verstärkt die Option einer Unabhängigkeit der beiden Republiken ins Spiel, für den Fall, dass ihre Reformbemühungen scheitern sollten.
Amt des Staatspräsidenten
framed|Staatspräsident
Nach monatelegangem Kräftemessen und Ringen um Reformen der Föderation, das vor allem im Gremium des jugoslawischen Staatspräsidiums ausgetragen wurde, eskalierte die Situation, nachdem im Mai 1991 eine an sich turnusmäßige Übernahme des Vorsitzes durch den Kroaten Stjepan Mesi? (HDZ) am Widerstand Serbien_und_Montenegros scheiterte. Für Kroatien aber auch für Slowenien war dies nun der endgültige Beleg dafür, dass die beharrenden kommunistischen Kräfte in Belgrad an keiner echten Reform interessiert waren und die gemeinsamen Regeln der Föderation verletzten .
Unabhängigkeit Sloweniens
Nur wenige Wochen nach diesem Ereignis erklärten Slowenien und Kroatien ihre Unabhängigkeit vom Jugoslawischen Staatsverbund. Kurz darauf ? Ende Juni 1991 - begann in Slowenien die kriegerische Auseinandersetzung zwischen der slowenischen Territorialverteidigung, welche nach der Unabhängigkeit auch die slowenischen Grenzübergänge übernommen hatte, und der Jugoslawischen Volksarmee (JNA), die ihre Befehle aus Belgrad erhielt. Die Kampfhandlungen konzentrierten sich auf einzelne Grenzübergänge (z.B. nach Österreich), auf wichtige Verkehrsknoten und auf Kasernen der JNA. Die Slowenen forderten den Abzug der JNA aus Slowenien, unter Zurücklassung ihrer schweren Ausrüstung, da diese nun slowenisches Eigentum bzw. der rechtmäßige slowenische Anteil der bisherigen Jugoslawischen Föderation sei. Überrascht von der slowenischen Abwehrkraft und unter internationaler Vermittlung, konnte nach wenigen Tagen ein Waffenstillstand ausgehandelt werden. Slowenien, aber auch die zweite nunmehr unabhängige Republik Kroatien, verpflichteten sich darin unter anderem ihre jeweilige Unabhängigkeit für einige Monate auszusetzen, sowie die Waffen ihrer neu gegründeten Territorialstreitkräfte an die JNA zu übergeben.
Unabhängigkeit Kroatiens
seit der Unabhängigkeit 1991]]
Belgrad, das im wesentlichen durch die JNA direkt in dem Konflikt involviert war, sah in diesen Territorialstreitkräften nicht legitimierte, Paramilitärische_Kräfte auf Jugoslawischem Territorium, was juristisch auch durch die Nichtanerkennung der Unahhängigkeit der beiden Republiken gerechtfertigt wurde. Sowohl die Territorialkräfte Sloweniens als auch Kroatiens übergaben, nach eigenen Angaben zum wesentlichen Teil, im Sommer 1991 ihre meist leichten Waffen an die Jugoslawische Volksarmee. Vor allem für Kroatien sollte sich dies in den nächsten Monaten als entscheidender Nachteil erweisen. Major Veljko Kadijevi?, maßgeblicher Belgrader Militär der JNA, sprach Jahre später in einer BBC-Dokumentation (deutsch ?Bruderkrieg?) offen darüber, daß das eigentliche Hauptaugenmerk Belgrads damals bereits auf Kroatien lag. Die Serben hätten schlicht keine nationalen Interessen in Slowenien gehabt bzw. ein offener Krieg gegen ein nach Unabhängigkeit strebendes Slowenien sei auf Dauer vor der internationalen Staatengemeinschaft schwer zu rechtfertigen gewesen, ganz im Gegensatz zu Kroatien. Aus heutiger Sicht scheint erwiesen, daß der rasche Rückzug der JNA aus Slowenien, und damit die faktische Aufgabe der Integrität der Jugoslawischen Föderation durch Belgrad, vor allem dem Zweck diente, die Kräfte in einem bereits geplanten Krieg gegen ein nach Unabhängigkeit strebendes Kroatien zu konzentrieren.
Zusätzliche kriegsauslösende Faktoren
Die serbische Minderheit in Kroatien wurde durch nationalistische Parolen im Wahlkampf 1990 einerseits seitens der Serbischen_Demokratischen_Partei (SDS) radikalisiert, andererseits von Seiten der Kroatischen_Demokratischen_Union (HDZ) verunsichert und nach deren Wahlsieg auch zunehmend ausgegrenzt (siehe hierzu den Artikel Serben in Kroatien).
So hatte die serbische Bevölkerung nach der überarbeiteten Verfassung vom Dezember 1990 nicht mehr die Stellung des zweiten Staatsvolkes der damals noch jugoslawischen Teilrepublik, sondern die einer nationalen Minderheit und wurden somit den übrigen Minderheiten im Land gleichgestellt. Die serbische Bevölkerung stellte 1990 etwa 12% der Gesamtbevölkerung Kroatiens.
Ethnische Verteilung vor Ausbruch des Krieges
Laut Ergebnis der Volkszählung vom Frühjahr 1991 lebten auf dem Gebiet der späteren Republik Serbische Krajina (RSK) insgesamt etwa 470.000 Menschen, davon 246.000 (59,7%) Serben, 168.000 (30,2%) Kroaten und 56.000 (10,1%) Angehörige anderer Nationalitäten, wobei in den einzelnen später zur RSK gehörenden Landesteilen die jeweilige regionale Bevölkerungsverteilung (auf 100 gerundet) wie folgt war:
Diplomatischer Verlauf
Truppentransporter]]
{| class="prettytable"
|- style="background:#efefef;"
! Datum
! Diplomatischer Verlauf
|-
| align="center" | 25. Juni 1991
| Unabhängigkeitserklärung Kroatiens und Sloweniens, Bosnien-Herzegowina
/'>-
| align="center" | 28. Februar 1993
| Abkommen von Dayton
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| align="center" | 15. Januar 1996
| Einrichtung einer Übergangsverwaltung in UNTAES)
/'>-
| align="center" | 23. August 1996
| UNMOP)
|-
| align="center" | 19. Dezember 1997
| Einrichtung einer Unterstützungsgruppe für die zivile Polizei in Ostslawonien (UNPSG)
/'>}
Verbrechen an der Zivilbevölkerung
In der nachfolgenden Tabelle werden Opfer von Seiten der regulären Streitkräfte, der Polizeikräfte oder organisierten Paramilitärs nicht beachtet. Die große Mehrheit der hier angeführten Toten sind Dalj durch Paramilitärs von ?eljko Ra?natovi? ?Arkan?
/'> 11 Tote
|-
| align="center" | 4. Oktober 1991
| erneut Dalj ebenfalls durch Beteiligung von ?eljko Ra?natovi? ?Arkan?
| 28 Tote
|-
| align="center" | 16. - 18. Oktober 1991
| Massaker von Dubica, Cerovljani und Ba?ina
/'> 110 getötete Zivilisten
|-
| align="center" | August - November 1991
| Saborsko, Poljanak und Lipovani?
| 37 Tote
|-
| align="center" | 9. November 1991
| Klis
/'> 11 Tote
|-
| align="center" | 12. November 1991
| ?kabrnja
| mindestens 38 Tote
|-
| align="center" | 19. November 1991
| Nadin
/'> 7 Zivilisten
|-
| align="center" | 18. - 20. November 1991
| Vo?in
/'> 32 Tote
|-
| align="center" | 26. Dezember 1991
| Erdut
| 7 Tote, darunter Grabovac
/'> 5 Zivilisten
|-
| align="center" | 1. Oktober - 7. Dezember 1992
| Litauen, der Ukraine, Lettland und Estland anerkannt. Diese Staaten waren zu dieser Zeit jedoch selbst noch nicht international anerkannt. Am 19. Dezember 1991 wurde Kroatien von Island anerkannt, das somit lange vor allen anderen Staaten der Welt bereits Kroatien anerkannte. Auch Deutschland ließ am selben Tag eine derartige Entscheidung verkünden, entschloss sich aber etwas mit der Ratifizierung abzuwarten. Am 13. Januar 1992 wurde Kroatien vom Heiligen_Stuhl anerkannt. Tags darauf folgte San Marino. Am 15. Januar schließlich, inmitten des heftigen Krieges, folgte die Anerkennung der unabhängigen Republik Kroatien durch alle 12 Staaten der damaligen EU, wie auch durch Österreich, Bulgarien, Kanada, Malta, Polen, die Schweiz und Ungarn. Bis Ende Januar 1992 wurde Kroatien noch von sieben anderen Staaten anerkannt: Finnland, Rumänien, Albanien, Bosnien und Herzegowina, Brasilien, Paraguay und Bolivien. Der erste asiatisch-islamische Staat, der Kroatien anerkannte, war der Iran. Erstes afrikanisch-islamisches Land, das Kroatien anerkannte war Ägypten.
thumb|100px|Abzeichen_der_UNPROFOR
Unter internationaler Vermittlung wurde Anfang 1992 ein Waffenstillstand geschlossen. Demnach verpflichtete sich die jugoslawische Armee, ihre Truppen aus Kroatien abzuziehen. In die umkämpften Gebiete wurde eine Friedenstruppe der Vereinten Nationen entsandt (UNPROFOR), die jedoch kein militärisches Mandat hatte, sondern lediglich beobachtende Funktionen wahrnehmen durfte. Die serbisch kontrollierten Teile Kroatiens blieben völkerrechtlich Teil Kroatiens. Über ihren endgültigen Status sollte in Verhandlungen zwischen der kroatischen Regierung und den örtlichen Serben entschieden werden.
Bis zur Vollmitgliedschaft in den Vereinten_Nationen am 22. Mai 1992 wurde Kroatien von Russland, Japan, den USA, Israel und China anerkannt. Seit dem 24. März 1992 ist Kroatien Mitglied der OSZE.
Minensituation in Kroatien
In den bis 1995 umkämpften Gebieten besteht bis heute eine erhebliche Gefährdung durch Landminen. Dies gilt insbesondere für die damaligen Frontlinien. Es wird geschätzt, dass in Kroatien noch etwa 700.000 Minen verstreut sind. Da keine Lagepläne über die Minenfelder angelegt worden sind und Minen über die Jahre anfangen zu "wandern" ist die Minenbeseitigung sehr aufwendig. Betroffen sind folgende Gebiete:
thumb|left|100px|Minensituation_in_Kroatien_1995
* Ostslawonien (30 bis 50 km vor der Grenze zu Serbien und an der Grenze zu Ungarn, insbesondere Gebiete um Vukovar und Vinkovci);
* Westslawonien (Daruvar, Pakrac, Virovitica);
* das westliche und südwestliche Grenzgebiet zu Bosnien (der Raum südlich von Sisak und Karlovac, östlich von Ogulin, Oto?ac, Gospi?, am östlichen Stadtrand von Zadar und im Hinterland der Küste zwischen Senj und Split und in den Bergen südöstlich von Dubrovnik).
Flüchtlinge
Verschiedene Angaben zu der Zahl der vertriebenen Serben
Während und nach den Kroatischen Militäraktionen 1995 flohen die weitaus meisten Serben zum größten Teil in die Republika Srpska in Bosnien-Herzegowina und nach Serbien und Montenegro, aber auch in die UNTAES-Zone. Dabei ist bis heute umstritten, ob es sich um geplante Vertreibungen von Seiten der kroatischen Streitkräfte gehandelt hat. Die politische Führung der Krajina-Serben hatte angesichts der sich abzeichnenden Niederlage die Evakuierung angeordnet. Danach wurden jedoch zahlreiche der verlassenen serbischen Häuser vernichtet oder es wurden dort kroatische Flüchtlinge aus Bosnien angesiedelt, was die Rückkehr der serbischen Bevölkerung bis heute sehr schwierig macht. Doch auch hier ist umstritten, welche Rolle die Streitkräfte hatten und inwiefern es sich um Zerstörungen aus Rache von zurückkehrenden kroatischen Zivilisten handelt.
Von den ursprünglich mehr als 220.000 geflohenen Serben sind mindestens ca. 140.000 bis heute zurückgekehrt. Den etwa 50.000 direkt am bewaffneten Aufstand beteiligten Serben wurde eine generelle Amnestie gewährt, sofern keine individuellen Verbrechen nachgewiesen werden können.
= Serbische Stimmen
=* 250.000 vertriebene Serben nach der Militäroperation Oluja
= Kroatische Stimmen
=* 90.000[http://www.unhchr.ch/Huridocda/Huridoca.nsf/0/d0cd11bdf1350357802566d60046e3b7?Opendocument Letter of the Permanent Mission of the Republic of Croatia to the United Nations Office at Geneva, 15. August 1995 (englisch)] vertriebene Serben nach der Operation Oluja
= Internationale Stimmen
=* 300.000 darunter 35.000 ? 45.000 Soldaten der militärisch besiegten Armee der Republik Serbische Krajina (Amnesty International - [http://web.amnesty.org/library/index/engeur640022005 Public Statement]) und im August 2005 sind rund 200,000 Flüchtlinge immer noch nicht in ihre Orte zurückgekehrt
* 200.000 darunter 35.000 ? 45.000 Soldaten der militärisch besiegten Armee der Republik Serbische Krajina(UNO und BBC[http://news.bbc.co.uk/2/hi/europe/4747379.stm BBC News, Evicted Serbs remember Storm, 5. August 2005 (englisch)][http://news.bbc.co.uk/2/hi/europe/4125640.stm BBC News, Croatia marks Storm anniversary, 5. August 2005 (englisch)]) vertriebene nach Oluja
Flüchtlingsströme in Kroatien 1991 bis 1995
thumb|Bosnische_Flüchtlinge_in_thumb|left|Demographische_Entwicklung_in_Kroatien_(1992-_2003)
In anderen kroatischen Gebieten in den Jahren 1991-1995 hunderttausende Vertriebene aus serbisch besetzten Gebieten der Republik Serbische Krajina und aus Bosnien-Herzegowina Zuflucht. Ein Teil der Vertriebenen zog weiter in EU Staaten oder in die USA, ein anderer Teil kehrte nach 1995 zurück in ihre Heimat.
Die Unterbringung, medizinische Versorgung, Versorgung mit Nahrung und z. B. der Schulunterricht wurden für die anfallenden Flüchtlinge nahezu völlig vom kroatischen Staat getragen und finanziert.
Von internationalen Hilfsorganisationen wurden Nahrungslieferungen erhalten, jedoch für etwa 95 % der Kosten kam die kroatische Regierung auf.
Reflexion
Weltpolitische Einordnung
thumb|Der_politische_Zerfall_Jugoslawiens
Der Krieg in Kroatien brach aus, als der Fokus der Welt auf den Irak und den Golfkrieg sowie damit verbunden auch auf die steigenden Ölpreise und die lahmende Weltwirtschaft gerichtet war. Dennoch wurde die Situation auf dem Balkan immer mehr zum neuen weltpolitischen Brennpunkt. Die Vorgänge wurde von den verschiedenen Staaten verschieden eingeschätzt.
Während die westlichen Staaten, allen voran Deutschland, Österreich und Ungarn Kroatien nahe standen, standen Russland und Griechenland traditionell auf der Seite Serbiens. Stimmen aus dem Westen, allen voran aus Großbritannien (Premierminister John Major) und den USA (erst George_Bush, dann Bill Clinton) waren gegen die Haltung Deutschlands und gegen die staatliche Unabhängigkeit Kroatiens und Sloweniens, da sie einen Krieg befürchteten. Kritiker waren auch Lawrence Eagleburger und Warren Christopher. Zu diesem Zeitpunkt war der Krieg jedoch schon im vollen Gange: Die kroatischen Städte Vukovar, Dubrovnik, Osijek und Karlovac wurden massiv von der Jugoslawischen Armee und serbischen Paramilitärs angegriffen. Die internationale Anerkennung Kroatiens fand erst nach den massiven Zerstörungen dieser Städte statt. Selbst das Mandat der UN- Friedenstruppe konnte jedoch aufgrund des reinen Beobachterstatus keine Ruhe in die Regionen bringen. Das UNPROFOR-Mandat gilt daher international als gescheitert.[http://dip.bundestag.de/btp/13/13149.asc Bundestag über das Scheitern des UNPROFOR-Einsatzes]
Waffenembargo
Die internationale Staatengemeinschaft verhängte über das gesamte ehemalige Jugoslawien ein Waffenembargo. Die waffentechnisch weit unterlegene Kroatische Armee, die anfangs lediglich von umgewandelten Polizeitruppen gestellt wurde, konnte sich meist lediglich durch erbeutete Waffen aus Beständen der JNA und durch Waffenschmuggel aus Drittstaaten Waffen beschaffen. Mit der Zeit formierte sich jedoch die Hrvatska_Vojska (kroatische Armee). Nach dem Ausbruch des Krieges in Bosnien-Herzegowina schlossen sich die kroatischen und Bosnischen Truppen zur HVO zusammen.Freiwillige Beteiligung am Krieg
Am Krieg beteiligten waren auch Freiwillige, aus Kroatien abstammende Menschen, welche im Dienst der Kroatischen_Armee kämpften. Unter den Toten des Krieges sind daher auch 429 Deutsche http://www.webarchiv-server.de/pin/archiv03/0103ob08.htm und etliche andere Staatsbürger, welche aus den Ländern in die sie emigriert waren zurück kamen um sich am Krieg zu beteiligen. Der bekannteste dieser "Rückkehrer" war Ante Gotovina.
Staatenklage
Der kroatische Staat verklagte vor dem Internationalen_Strafgerichtshof_für_das_ehemalige_Jugoslawien den Staat Serbien, als angeblichen Auftraggeber und Koordinator von Genoziden und Vertreibungen, auf Schadensersatz. Eine ähnliche Klage des Staates Bosnien-Herzegowina wurde 2007 abgelehnt.[http://www.oe24.at/zeitung/welt/weltpolitik/article114486.ece http://www.oe24.at/zeitung/welt/weltpolitik/article114486.ece -Wortlaut des Urteils zwischen Bosnien-Herzegowina und Serbien]
Folgen für die Militärführer
Serbische Hauptbeschuldigte
= Slobodan Milo?evi?
=Im Zusammenhang mit nationalistischen Spannungen unterstützte Slobodan Milo?evi? als Präsident Serbiens die Anfang 1990 in Kroatien und in Bosnien-Herzegowina entstandene rechtsradikale Serbische Radikale Partei sowie die Serbischen_Demokratischen_Partei, um paramilitärische Verbände zu mobilisieren. Dies geschah auch durch die Lieferung von Waffen und Kriegsgerät der Jugoslawischen Volksarmee (JNA)] an lokale serbische Kräfte (unter anderem Zivilisten) in Kroatien und Bosnien. Diese Unterstützung hielt auch während der Jugoslawienkriege nach dem Zerbrechen Jugoslawiens von 1991 bis 1995 an, wobei Serbien bzw. die neu entstandene Bundesrepublik_Jugoslawien außer bei dem kurzen Unabhängigkeitskrieg Sloweniens 1991 nie offiziell an diesen Auseinandersetzungen beteiligt war.Am 27. Mai 1999 wurde Milo?evi?, der als Schlüsselfigur der Jugoslawienkriege galt, vom Internationalen_Strafgerichtshof_für_das_ehemalige_Jugoslawien (ICTY) in Den Haag angeklagt.
Die Anklageschrift vom 31. Mai 2002 spricht von einer ?kriminellen Vereinigung? und klagt Milo?evi? an, an der Planung, Anordnung, Durchführung und Unterstützung von Verbrechen an nationalen, religiösen oder ethnischen Gruppen beteiligt gewesen zu sein.
]]
Insgesamt 66 Klagepunkte wurden Milosevic in drei Anklageschriften für die folgenden Handlungen vorgeworfen, darunter im Bezug auf Kroatien Folgende:
• gegen die Menschlichkeit], darunter
• Tötung], [[Folter und unmenschliche Behandlung.
• und Verstöße gegen die Genfer Konventionen]
• von mindestens 170.000 Kroaten] und anderen Nicht-Serben
*Das [[Massaker von Vukovar
*Die Schlacht um Dubrovnik
= Milan Marti?
=Marti?/'>Milan Marti?/'>Marti? war vor dem Krieg als Polizeichef von Saborsko, Poljanak, Lipovaca, Skabrnja, Nadin und Bruska in Kroatien; sowie in Prnjavor in Bosnien und Herzegowina.
* Das Festhalten, Mord und Folterungen in Internierungslagern in den Orten Knin und Korenica
* Das Festhalten von Menschen unter inhumanen Bedingungen
Zwangsarbeit entlang der Frontlinie, Morde und Folterungen an gefangenen Kroaten, Bosniaken und anderen Nichtserben
Raub und Folter
Sexueller Missbrauch, Massenvergewaltigungen von gefangenen Personen.
Plünderungen von Kroaten, Bosniaken und anderen nicht serbischen Zivilisten.
* Zerstörung von Häusern, öffentlichem und Privateigentum. Verwüstung von Kulturgütern, Kirchengebäuden.
* Angriff auf die Stadt Zagreb mit Streubomben
= Milan Babi?
=Der einstige Führer der Krajina-Serben, Milan Babi? (1956-2006), wurde 2004 vom Tribunal in Den Haag (ICTY)für die in Kroatien begangene Verbrechen zu 13 Jahren Haft verurteilt.
es in Zagreb
Anklagepunkte:
* Mitwirkung an der Verfolgung, Vertreibung und Ermordung von Kroaten und anderen nicht-serbischen Personen aus dem Osten und Süden Kroatiens Anfang der 1990er Jahre
Verbrechen gegen die Menschlichkeit
* Verstöße gegen die Brüsseler_Konferenz über die Gesetze und Gebräuche des Krieges.
Bereits im Januar 2004 hatte sich Babi? vor dem Tribunal für schuldig bekannt und von ?tiefer Scham und Reue? über seine Taten gesprochen. Er entschuldigte sich bei der kroatischen Nation und bot seine Mitarbeit bei anderen Kriegsverbrecherprozessen an, vor allem bei dem gegen den ehemaligen serbischen Präsidenten Slobodan Milo?evi?. Babi? hatte schon nach der kroatischen Gegenoffensive 1995 und der daraus resultierenden Flucht des Großteils seiner Krajina-Serben Zweifel an seiner eigenen Politik geäußert. Er erklärte in Interviews, Milo?evi? und andere serbische Führer hätten die Krajina-Serben mit ihren Versprechungen und großserbischen Plänen 1991 in eine Falle gelockt. 1991 wäre es noch möglich gewesen, mit Kroatien über ein Autonomiestatut für die Serben zu verhandeln. Stattdessen habe die Regierung in Belgrad auf die ethnische Säuberung des Gebiets, das immerhin ein Drittel Kroatiens umfasste, gedrängt. Dieses Verbrechen hätten die Krajina-Serben später teuer bezahlen müssen.
Kroatische Hauptbeschuldigte
= Ante Gotovina
=Der für die Militäroperation_Oluja hauptverantwortliche General, Ante Gotovina, wurde 2001 vom Internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien (ICTY) angeklagt.
Anklagepunkte:
Tötung von mindestens 150 Krajina-Serben; zusätzlich seien mehrere hundert verschwunden
Plünderung privaten und öffentlichen Eigentums
Brandschatzung und Zerstörung von Dörfern und Städten
Vertreibung von mehreren zehntausend Serben[http://www.un.org/icty/cases-e/cis/gotovina/intro-e.htm Aktuelle ICTY Anklageschrift]
= Franjo Tu?man
=Auch Präsident Franjo Tu?man sei an der Planung und Durchführung beteiligt gewesen.
Die Anklageschrift spricht von einer ?kriminellen Vereinigung? (joint criminal enterprise), bestehend u.a. aus Ante Gotovina, Franjo Tu?man, Ivan ?ermak und Mladen Marka?, deren Ziel die gewaltsame und dauerhafte Vertreibung der serbischen Bevölkerung aus der Krajina-Region gewesen sei.
Kriegsbezeichnungen
Der Krieg wird auch kurz Kroatien-Krieg, Kroatienkrieg, oft auch Kroatischer Unabhängigkeitskrieg genannt.
In Kroatien bezeichnet man ihn als ?Domovinski rat? (Heimatkrieg), Velikosrpska Agresija (Großserbische Aggression) oder auch als Patriotischer Krieg.
Einzelnachweise
Weblinks
• Die Politik der ethnischen Säuberung und Vorgehen der JNA Truppen- Abschlussbericht der UN-Expertenkommission, Dezember 1994, Englisch• Umfangreiche Linksammlung Web Genocide Documentation Centre, Englisch
• Anklageschrift des ICTY gegen Milo?evi? für Verbrechen in Kroatien
• Anklageschrift gegen Milan Babic
• ICTY-Anklageschrift gegen Vojislav ?e?elj
• ICTY-Anklageschrift gegen Janko Bobetko
• Website des Museums des kroatischen Unabhängigkeitskrieges, Kroatisch
• War against Croatia, umfangreiche Informationen, Englisch
• Mine situation in Croatia (Karten und Informationen zur aktuellen Minensituation) (englisch)
• Auswärtiges Amt zur Minensituation in Kroatien

