Kirche St. Johann Baptist (Essen)
Die Kirche St. Johann Baptist ist eine gotische Hallenkirche in Essen, die markant an der Essener Haupteingangsstraße, der Kettwiger Straße, steht und der Essener Münsterkirche vorgelagert ist. Aufgrund der Lage und des Umstandes, dass ihr Turm die Münsterkirche überragt, wird sie von Ortsfremden oft für das Münster gehalten.
Die Kirche ist aus einer Johanneskapelle hervorgegangen, die bereits im 10. Jahrhundert zum Essener_Damenstift gehörte. Laut dem Testament der 1058 verstorbenen Äbtissin Theophanu sollten ad sanctum Iohannem im Rahmen ihrer Memoria Kerzen entzündet werden, dieses wird als erste Erwähnung der Kirche angesehen. Aus der Widmung der Kirche an den Heiligen Johannes der Täufer wird geschlossen, dass es sich ursprünglich um ein Baptisterium handelte. Der Grundriss dieser Kapelle konnte aus Ausgrabungsbefunden nach dem zweiten Weltkrieg erschlossen werden. 1264 erhob die Äbtissin Berta von Arnsberg die Kapelle zu einer Filialpfarrkirche des Stifts. In späterer Zeit diente die Kirche den Kanonikern, die die Männern vorbehaltenen sakralen Handlungen für die Damen des Stifts vornahmen, als Versammlungsort.
Die Kirche wurde 1471 als gotische Hallenkirche umgebaut und um einen rechteckigen Ostchor erweitert.
Heute dient die Kirche als Anbetungskirche und Pfarrkirche der katholischen Gemeinde in der Essener Innenstadt. Kunsthistorisch bedeutsam ist der barocke Hauptaltar der Kirche, ursprünglich in der Münsterkirche stand, sowie vier Altartafeln, die von Bartholomäus_Bruyn_dem_Älteren zwischen 1522 und 1525 für die Münsterkirche angefertigt wurden. Bei den Gemälden handelt es sich um Hauptwerke Bruyns von höchster künstlerischer Qualität. Abgebildet ist der Lebensweg Jesu. Die Tafeln, die seit 1968 in der Kirche hängen, sind restaurierungsbedürftig, betrachtbar sind derzeit nur die Geburt Jesu und die Anbetung der heiligen drei Könige, da sich die Kreuzigung und die Kreuzabnahme auf der Rückseite dieser Tafeln befinden und der Schwenkmechanismus defekt ist. Besonders bemerkenswert bei der Kreuzabnahme ist, dass im Hintergrund eine mitteleuropäische Stadt an Stelle Jerusalems dargestellt ist, bei der es sich vermutlich um die älteste Darstellung der Stadt Essen handelt.
Das Geläut der Kirche besteht aus drei Glocken, die alle aus dem Jahr 1787 stammen und aufgrund ihrer Bedeutung bei der Glockenspende für die Kriegsrüstung 1917 verschont blieben. 1940 wurden die Glocken zwar für die Kriegsrüstung beschlagnahmt, aber nicht eingeschmolzen. Alle drei Glocken tragen die Inschrift Henricus et Everhardus Petit me fuderunt anno 1787, die sie als Werke der noch heute in Gescher bestehenden Glockengießerei Petit ausweisen. Die dis
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