Gallizien
Geschichte
Mit dem Fund einer römischen Villa und einer Siedlung im Jahr 1931 in der Nähe von Möchling, beide über eine Straße mit einer Befestigungsanlage am 653 m hohen Steinerberg verbunden, lässt sich die Siedlungstätigkeit auf dem Gebiet der Gemeinde zumindest bis zur Römerzeit zurückführen. Am Ende der Völkerwanderungszeit ließen sich slawische Stämme nieder, die auch für die deutsch-slowenische Namensgebung der Orts- und Flurbezeichnungen prägend waren (z.B. Dolintschach - Talmulden-Bewohner, Goritschach - Bergkuppenbewohner, Glantschach - Bewohner am steilen Hohlweg).
Zu Beginn des 12. Jahrhunderts erbauten die Herren von Rechberg am nördlichen Obirabfall die Burg Wildenstein. Diese wurde jedoch 1348 von einem Erdbeben (welches auch zum Dobratschabsturz führte) zerstört und ist heute nur noch als Ruine erhalten. Herzog Heinrich_IV. von Spanheim schenkte das Gebiet um Möchling (predium quod Mochilich dicitur) dem Stift St. Paul. Kirchenadministrativ gesehen unterstand das Gebiet, wie der gesamte südlich der Drau gelegene Teil Kärntens, seit 811 dem Patriarchat_von_Aquileia.Augustiner-Chorherren des Stifts Eberndorf errichteten eine dem Heiligen Jakob_des_Älteren geweihte Eigenkirche. Ursprünglich wurde die Kirche als "unter Wildenstein" oder "an der Vellach" bezeichnet. Ab dem 15. Jahrhundert führte der Ort, in dem sich die Kirche befand, den Namen Gallizien (nach dem spanischen Wallfahrtsort Santiago de Compostela in Galicien, die dem gleichen Heiligen geweiht ist).
Bis ins 16. Jahrhundert war der Ortsteil Möchling ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt, da hier sowohl die Straße zum Seebergsattel durchführte (bis zum Ausbau des Loiblpasses ein wichtiger Karawankenübergang) als auch eine Überfuhr über die Drau existierte. Diese wurde im 1836 durch den Bau einer hölzernen Mautbrücke (Annabrücke) ersetzt.
Bevölkerung
Nach der Volkszählung 2001 hat die Gemeinde Gallizien 1.825 Einwohner. Davon gehören 8,5% der slowenischsprachigen_Volksgruppe an.
Zur römisch-katholischen_Kirche bekennen sich 92% der Gemeindebevölkerung, zur evangelischen_Kirche 2%. Als konfessionslos bezeichnen sich ca. 4%.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
*Kirche St. Jakob der Ältere - Pfarrkirche mit einer Madonna um 1425/30
*Wildensteiner Wasserfall mit einer Fallhöhe von 54 m (unterhalb des Hochobir-Gipfels)
Politik
Der Gemeinderat umfasst 15 Mitglieder. Die Zusammensetzung ist nach der letzten Gemeinderatswahl 2003 wie folgt:
• Partei] - 8
• Volkspartei] - 5
• Lista] - 1
• Partei] - 1
Der Bürgermeister wird mit Rudolf Tomaschitz von der SPÖ gestellt.
Weblinks
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