Essen-Frohnhausen
Frohnhausen ist heute ein Stadtteil im Westen der Stadt Essen im Stadtbezirk_III_Essen-West. Nach Essen-Altenessen ist er der Stadtteil mit der zweithöchsten Einwohnerzahl, nämlich 31.901 (Stand: 31. März 2007)Statistik der Stadt Essen (PDF-Datei 11,0 kB) [http://www.essen.de/Deutsch/Rathaus/Statistik/Einwohner_2006.pdf]. Demnach wohnen etwas mehr als 5 Prozent der Essener in diesem Stadtteil. Er hat eine Gesamtfläche von 3,60 Quadratkilometern und liegt auf einer durchschnittlichen Höhe von 86 Metern ü. NN. Begrenzt wird Frohnhausen im Westen durch Mülheim an der Ruhr und Essen-Schönebeck, im Norden durch Essen-Altendorf, im Osten durch das Westviertel und Holsterhausen, im Süden durch die Margarethenhöhe und Essen-Fulerum.Geschichte
Frohnhausen gehörte mit Holsterhausen und Altendorf jahrhundertelang zum Dreibauernschaftsquartier, deren Bauern durchweg dem Dreibauernschaftsquartier zum Oberhof Ehrenzell angehörten. Im Jahre 966 wurde dieser Oberhof Ehrenzell erstmals in einer Urkunde von Otto_I. erwähnt, denn der Oberhof wurde damit auf das Damenstift_Essen übertragen. Das Dreibauernschaftsquartier wurde nach der Säkularisation der Munizipalität Borbeck zugeteilt. Ein weiteres Dokument erwähnte damals den Ort Frohnhausen mit neun Höfen. Im Postreitweg, als Teil des ehemaligen Hellwegs, befindet sich noch das 1797 errichtete FachwerkhausFachwerkhaus von 1797 in der Denkmalliste der Stadt Essen[http://www.cliolink.de/denkmalliste/bezirk03/frohnhausen/000000952212973d3.html], in dessen unmittelbarer Nähe sich der Distelkampshof befand. Als separate Siedlung wird Overrath mit vier Höfen genannt, von denen nur noch das renovierte und denkmalgeschützte Bauernhaus des 1771 entstandenen GrotehofesDer Grotehof in der Denkmalliste der Stadt Essen[http://www.cliolink.de/denkmalliste/bezirk03/frohnhausen/000000952212974e2.html] existiert. Die Overrathstraße in der Nähe erinnert heute daran. Der Name Frohnhausen bezeichnet vermutlich die damaligen Wohnstätten der Menschen, die dem Damenstift Frondienste leisten mussten. Das damalige Frohnhausen mit den neun Höfen lag westliche des ehemaligen Beerenbaches, auch Bäredelle genannt. Er entsprang in der nähe des heutigen Frohnhauser Platzes und floss an der heutigen Wohnsiedlung Bärendelle vorbei. Nördlich der neun Höfe lag das zu verschiedenen Höfen gehörende, in rechtwinklige Parzellen aufgeteilte Frohnhauser Feld. In den anderen Himmelsrichtungen lagen das Pfingstfeld und das Langenfeld.
Im 16. und 17. Jahrhundert begann der erste Ruhrbergbau an den Hängen des Mühlenbaches.
1835 wurde das Frohnhauser Holz aufgelöst. Auf dem gerodeten Land entstanden viele Kotten, also einfache Wohnhäuser.
1874 bildeten Frohnhausen, Holsterhausen und Altendorf die selbstständige Gemeinde Altendorf, deren erster und einziger Bürgermeister Wilhelm Kerckhoff war. Das alte Rathaus wurde 1876 erbaut und im Zweiten_Weltkrieg zerstört. Es befand sich an der Ecke Frohnhauser-/Margaretenstraße.
1882 wurde mit Hilfe von Spenden der Firma Krupp die erste evangelische Kirche im Essener Westen gebaut.
1901 wurde Frohnhausen zur Stadt Essen eingemeindet. Der neue Stadtteil war zu dieser Zeit bereits flächendeckend landwirtschaftlich erschlossen.
1908 wurde die Krupp-Oberschule eröffnet.
1912 wurde einer der ältesten Märkte Essens, der Frohnhauser Markt gegründet. Im gleichen Jahr entstand das Bahnhofsgebäude des Bahnhofs Altendorf-Süd, heute Essen-West. Damals befuhr die Bergisch-Märkische Eisenbahn die dazu gehörige Strecke.
Im Zweiten_Weltkrieg wurde Frohnhausen schwer getroffen. In einem Lager für Kriegsgefangene an der Raumerstraße wurden bis zu 1.500 russische Kriegsgefangene auf engstem Raum zusammengepfercht, wobei sie an Unterernährung litten und unzureichendem Bombenschutz und menschenunwürdiger Behandlung ausgesetzt waren. Man setzte sie zur Zwangsarbeit in Kruppschen Betrieben ein. Ganz in der Nähe gibt es einen kleinen Tunnel unter der Haupteisenbahnstrecke, in dem ebenfalls 170 Gefangene auf kleinstem Raum untergekommen sind.
Frohnhausen heute
Essen-Frohnhausen ist heute ein relativ günstiges Wohngebiet nahe am Stadtzentrum. Es gibt beispielsweise Werkssiedlungen der Firma Krupp, wie der späte Pottgießerhof mit Ursprung im Jahre 1935. Die Siedlung gehört zur 5._Themenroute der Route der Industriekultur. Es gibt hier keine einheitliche Architektur wie in anderen Siedlungen, da hier mehrere Privatarchitekten mitwirkten. Insgesamt ist das Gesamtbild eher schlicht, teilweise aber auch durch Jugendstil geprägt, und spiegelt den damaligen Zeitgeist wider. Nach dem Wiederaufbau der im Kriege zerstörten Siedlung ab dem Jahre 1954 wurde sie seit der Mitte der 90er Jahre renoviert und modernisiert. Heute bietet sie angenehmes Wohnen mit größeren Grünflächen.
Am Marktplatz, in der Berliner Straße und rund um den Gervinusplatz gibt es viele Einkaufsmöglichkeiten, diverse Banken und eine große Postfiliale.
Sportstätten
Im Westen des Stadtteils gibt es die Bezirkssportanlage West mit Fußballplätzen und einer Rollschuh-Arena. Am Bahnhof Essen-West befindet sich die Eissporthalle Essen, die täglich von der Öffentlichkeit genutzt werden kann. Es finden sowohl Eis-Discos wie auch Eishockeyspiele statt. Ein Heimspiel hat hier immer der ESC Moskitos Essen. Am S-Bahn-Haltepunkt Frohnhausen liegt das Freizeitbad Oase mit kleinem Außenbecken. In der Nähe des Haltepunktes Essen-West gibt es ein weiteres Schwimmbad, das Friedrichsbad. Es ist nur zu bestimmten Zeiten der Öffentlichkeit zugänglich, in den anderen Zeiten nutzen Schulklassen, Vereine, o.ä. das Bad.
Bildung
In Frohnhausen gibt es fünf Grundschulen (Berliner Schule, Cosmos und Damian-Schule (ehemals: Grundschule a.d. Berliner Str.), Elisabeth-, Gervinus- und Herderschule), zwei Hauptschulen (Adelkampschule, Hauptschule an der Bärendelle), zwei Realschulen (Bertha-Krupp-Schule, Realschule Essen-West), ein Gymnasium (Alfred-Krupp-Schule) [das zum Teil auch auf Holsterhauser Gebiet liegt], zwei Sonderschulen (Theodor-Fliedner- und Nelli Neumann-Schule) und drei Berufskollegs (Berufskolleg West, Heinz-Nixdorf-Berufskolleg für Elektro- Informations- und Telekommunikationstechnik, Rhein.-Westf. Berufskolleg für Hörgeschädigte).
Verkehr
Das Straßennetz ist mit der Autobahnauffahrt Frohnhausen direkt an die A 40 angeschlossen. Zwischen den Fahrspuren der Autobahn verkehrt die U-Bahnlinie U 18, deren Haltepunkte "Wickenburgstr." und "Breslauer Str." auf Frohnhauser Gebiet liegen.
Zu Frohnhausen gehören die S-Bahn-Haltepunkte Essen-Frohnhausen und Essen-West. Dort halten die S-Bahnlinien S1,_S3_und_S9 (nur Essen-West).
Die Straßenbahnen der EVAG der Linien 106 und 109, sowie die Buslinien 138 (nach Mülheim), 145, 147, 160, 161 und 196 sind mit Frohnhausen verbunden.Essener Verkehrs-AG [http://www.evag.de]
Weblinks
• Bürgerverein Essen-Frohnausen e.V.
• Essener Landmatrikel von 1668
• private Homepage zum Gervinuspark

